Hypnose, Coaching und Mentoring für Bühne und Leben – behypnotic
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Zwangsgedanken & zwanghaftes Verhalten

Tourette & Tics regulieren

Tourette-Syndrom und Tics: Wenn der Körper schneller ist als der Wille.
  
Plötzlich zuckende Bewegungen, Laute, die wie „aus dem Nichts“ kommen, unkontrollierbare Zwänge, etwas zu wiederholen oder zu sagen. Viele dieser Symptome werden unter dem Begriff Tic-Störungen oder Tourette-Syndrom zusammengefasst.
 
Doch so sichtbar die Symptome auch sind, ihre Ursachen liegen meist tiefer.
In der Verbindung zwischen Nervensystem, Emotionen und unbewusster Regulation. Genau dort setze ich in meiner Arbeit an. 
 
Was genau sind Tics – und was ist das Tourette-Syndrom?
 
Tics sind plötzliche, schnelle, wiederholte Bewegungen oder Lautäußerungen, die nicht willentlich kontrollierbar sind. Sie können motorisch (z. B. Blinzeln, Schulterzucken, Grimassieren) oder vokal (Räuspern, Pfeifen, Wörter ausrufen) sein.
 
Beim Tourette-Syndrom treten mehrere motorische Tics und mindestens ein vokaler Tic über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr auf. Es beginnt meist im Kindesalter.
 
Tourette ist keine „psychische Störung“ im klassischen Sinn, sondern ein komplexes Zusammenspiel aus neurobiologischen, psychologischen und sozialen Faktoren. 
 
Was sagt die Forschung über Ursachen?
 
Wissenschaftlich anerkannt ist heute, dass Tourette und andere Tic-Störungen durch ein Zusammenspiel von Veranlagung (Genetik) und neurobiologischer Übererregung bestimmter Hirnareale (v. a. der Basalganglien) entstehen.
 
Doch die reine Genetik erklärt nur einen Teil. Immer deutlicher wird:
  • Stress, emotionale Überforderung und unterdrückte Spannungen verstärken die Tics deutlich.
  • Die Tics treten häufig in sozial fordernden Situationen auf – Schule, Familie, Öffentlichkeit.
  • Viele Betroffene beschreiben eine innere Anspannung, die sich kurzzeitig durch den Tic „entlädt“ – wie ein innerer Druck, der raus muss.
 
Studienhinweis:
Eine Metaanalyse von Eapen et al. (2016) zeigt, dass psychische Belastungen (z. B. Angst, familiäre Konflikte, Trauma) die Ausprägung von Tics beeinflussen können – selbst wenn eine genetische Basis vorhanden ist. Auch das familiäre Klima, insbesondere emotionale Reaktionen auf die Tics, spielt eine große Rolle bei der Verstärkung oder Linderung der Symptome.
 
Was hilft – und was oft fehlt
 
Die klassische Behandlung basiert häufig auf Verhaltenstherapie oder Medikamenten (z. B. Neuroleptika). Diese können Symptome lindern, wirken aber oft nicht an den ursächlichen inneren Prozessen. Viele Betroffene (oder Eltern betroffener Kinder) berichten:

  • „Es hilft kurzfristig, aber ich fühle mich nicht wirklich verstanden.“
  • „Ich weiß, was ich tun soll, aber ich spüre, dass etwas anderes in mir tobt.“
  • „Es fühlt sich an, als hätte mein Körper ein Eigenleben.“
  
 Was ich anders mache: Ein tieferer Blick auf die unbewusste Dynamik
 
In meiner Praxis arbeite ich mit Methoden, die direkt mit dem autonomen Nervensystem und dem Unterbewusstsein in Kontakt treten:
  
1. Hypnosystemische Arbeit nach Milton Erickson
 
Milton H. Erickson, der als Pionier der modernen Hypnotherapie gilt, begleitete in den 1960er- und 70er-Jahren viele Kinder und Jugendliche mit auffälligem Verhalten, darunter auch Tics. Sein Ansatz war revolutionär: Er betrachtete die Symptome nicht als „Fehler“ – sondern als kreative Lösungsversuche des Unbewussten.
 
Erickson nutzte Metaphern, Geschichten, paradoxe Interventionen und individuell angepasste Hypnose, um dem Klienten zu helfen, neue Verhaltensmöglichkeiten zu entdecken, ohne gegen das Symptom zu kämpfen. Der Tic war dabei oft ein Kommunikationsmittel, ein „Ausdruck“, für den es noch keine Sprache gab.
 
Diese Haltung prägt auch meine Arbeit:
Nicht Kontrolle – sondern Verständnis. Nicht Unterdrückung – sondern neue Wahlmöglichkeiten.
  
2. Arbeit mit innerer Anspannung und Selbstregulation
 
Viele Betroffene beschreiben eine Art inneres „Vibrieren“, ein Gefühl von Unruhe oder Überladung. In der Hypnose wie auch im Coaching geht es darum, diese unbewussten Spannungsquellen aufzuspüren, sichtbar zu machen – und dem System neue Wege der Entlastung anzubieten.
  
Dazu gehören: 
  • Ressourcenstärkung und Selbstwirksamkeit
  • Arbeit mit inneren Anteilen, innerem Kind, familiären Dynamiken
  • Neuaufbau eines gesunden Körper-Gefühls-Zusammenhangs
 
3. Systemische Perspektive: Tics als Teil eines größeren Musters
 
Tics treten selten im luftleeren Raum auf. Häufig sind sie Teil eines Systems, ob Familie, Schule oder innere Dynamiken wie Überangepasstheit, „Bravsein“, Schuldgefühle oder emotionale Unterdrückung.
 
Mit Tools wie dem Sozialen Panorama oder provokativer Therapie können wir diese Muster aufdecken und neu gestalten – oft mit überraschend schnellen Effekten auf die Symptomatik.
 
Was sagen Studien zu alternativen Methoden?
 
Hypnose und Entspannung:
Eine Studie von Barabasz & Barabasz (2000) zeigte bei Kindern mit chronischen Tics eine signifikante Verbesserung der Symptomatik nach 10 Sitzungen medizinischer Hypnose. Die Kinder konnten durch die Trancearbeit lernen, die Tics bewusst zu verschieben oder zu reduzieren – ohne Druck, sondern durch innere Neuausrichtung.
 
Achtsamkeit & Körperarbeit:
Auch Methoden wie Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) oder körperorientierte Psychotherapie zeigen vielversprechende Effekte, insbesondere, weil sie das Übererregte Nervensystem beruhigen, das bei Tic-Störungen oft eine zentrale Rolle spielt (vgl. Conelea et al., 2018).
 
Ob Du selbst betroffen bist oder für Dein Kind suchst, in meiner Praxis schauen wir nicht nur auf das, was „weg soll“, sondern auf das, was entstehen darf, wenn das Symptom nicht mehr sprechen muss.
 
Du bist nicht allein. Und Du musst Dich nicht anpassen.
Es gibt einen Weg – und er beginnt genau da, wo Du gerade stehst.
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